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Bund, Michel Nr. 3271-3272 postfrisch – Design Colani, Baumann – Premium

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Beschreibung

Serie Design aus Deutschland: „Hans Theo BaumannGlasgefäße“

Seine große Meisterschaft im Umgang mit Glas bewies der Designer Hans Theo Baumann (19242016) zu Beginn der 1960er-Jahre mit Arbeiten für die Firma Gralglas. Inspiriert durch moderne Stile aus Skandinavien schuf er Glasgefäße von klarer Funktionalität, dekorloser Sachlichkeit und hoher Qualität. Nur die unterschiedlichen Farben waren ein kleines Zugeständnis an den Geschmack. Insgesamt strahlte Baumanns Design jedoch Zeitlosigkeit aus. Baumanns Entwürfe gehörten nicht nur bald zu den Design-Klassikern der noch jungen Bundesrepublik. Sie prägten auch maßgeblich das Bild des deutschen Designs im Ausland.

Der Werkstoff Glas faszinierte Hans Theo Baumann ein Leben lang. Er kam in Basel als Sohn eines Glasmalers zur Welt. Während des Studiums an der Basler Kunstgewerbeschule unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er in der Werkstatt des Schweizer Glasmalers Otto Staiger (18941967). Bereits in den 1950er-Jahren experimentierte Baumann in der Glashütte Waldsassen. International bekannt wurde er 1953 mit der Gestaltung von Fenstern und Glaswänden für die von Egon Eiermann (19041970) entworfene Matthäuskirche in Pforzheim. 1955 eröffnete Baumann ein eigenes Studio in seinem Wohnort Schopfheim am Südrand des Schwarzwalds.

Für Hans Theo Baumann, der 1959 den Verband Deutscher Industriedesigner mitbegründete, stand stets die Funktionalität eines Gegenstands im Mittelpunkt. Seine Entwürfevor allem Geschirr, Gläser und Bestecksind vertrautes Inventar in zahlreichen deutschen Haushalten. Einige Porzellanarbeiten Baumanns, etwa für die namhaften Hersteller Rosenthal und Hutschenreuther, avancierten zu echten Klassikern. So war das Kaffee-Service Berlin (1970) für Rosenthal ein absoluter Verkaufsschlager. Legendär sind auch das stapelbare Bordgeschirr für die Deutsche Lufthansa und das Service Brasilia (1975), das er für Arzberg entwarf. Ausgezeichnet wurde Baumann unter anderem mit der Medaille dOr Zagreb und dem Internationalen Preis von Spanien (Valencia).

„Luigi ColaniSchlaufenstuhl“

Sein Schöpfer bezeichnete ihn als den kompliziertesten zur Zeit gefertigten Stuhl: 1968 gelang Luigi Colani mit dem Schlaufenstuhl für den Hersteller COR ein Aufsehen erregendes und elegantes Beispiel eines Designs, das sich mit geschwungenen Linien an der Natur orientierte und die Grenzen des technisch Machbaren auslotete. Der 78 Zentimeter hohe Stuhl besteht aus fiberglasverstärktem Polyester und wurde aus einem Guss geformt. Die Sitzschale balanciert auf einem Bein mit tellerförmiger Fußplatte. Wegen des hohen Produktionsaufwandes wurden nur rund zehn Exemplare des Stuhls in verschiedenen Farben hergestellt.

Luigi Colani kam 1928 in Berlin als Sohn eines Italo-Schweizers und einer polnischen Mutter zur Welt. Ein Studium an der Berliner Hochschule der Künste brach Colani ab und wechselte an die Pariser Sorbonne, wo er Vorlesungen über Aerodynamik hörte. 1953 arbeitete er im Bereich Materialforschung für den kalifornischen Flugzeughersteller McDonnell-Douglas. Als Colani bereits ein Jahr später aus den USA nach Europa zurückkehrte, brachte er eine Vorliebe für stromlinienförmige Designs mitund für Kunststoff als Baumaterial. In Europa entwickelte er preisgekrönte Karosserien für die Automobilhersteller Alfa Romeo, Fiat und Volkswagen. Mit organischer Formensprache wollte Luigi Colani sämtliche Lebensbereiche biodynamisch umgestaltenvon Fahrzeugen über Einrichtungsgegenstände und Lifestyle-Produkte bis hin zu Elektronikgeräten.

Sein Selbstverständnis als Übersetzer der Natur erläuterte das Enfant terrible des deutschen Designs 1971 in dem Buch Ylem. Vom Funktionalismus des deutschen Nachkriegsdesigns distanzierte sich Luigi Colani entschieden. Immerhin gelangen ihm mit diesem Ansatz einige Produkterfolgewie das Teeservice Drop (1972) für Rosenthal oder die ergonomische Canon-Spiegelreflexkamera T90 (1986). Die meisten Arbeiten, die Colani ab 1972 in der von ihm gegründeten Designfactory entwarf, blieben aber Prototypen.