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Extra sparen | Bund, Michel Nr. 3180 postfrisch – Schätze aus deutschen Museen – Riemenschneider

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Beschreibung

Zu seinen besten Zeiten war der Bildhauer und Bildschnitzer Tilman Riemenschneider (um 14601531) ein Verkaufsgarant. Er schuf Skulpturen aus Sandstein, Marmor oder Lindenholz. Sein Auftragsbuch war stets gut gefüllt. Betuchte Kunstliebhaber rissen sich um seine Werke. Von 1483 bis 1525 fertigte er in seiner Würzburger Werkstatt unzählige Altaraufsätze, Grabdenkmäler und Skulpturen. Einen der Höhepunkte seines Schaffens markieren die geschnitzten Flügelaltäre in Münnerstadt, Rothenburg und Creglingen, die Steinfiguren für die Marienkapelle in Würzburg oder die Grabdenkmäler im Würzburger Dom.

Riemenschneider war einer der ersten Bildschnitzer, der seinen Gestalten allein durch die Bearbeitung des Holzes Seelenfarbe verlieh. Die bis dato übliche Farbbemalung wurde dadurch überflüssig. Zu den frühesten dieser reinen Holzwerke zählt eine Figurengruppe mit dem Namen Trauernde Frauen. Sie wurde um 1508 von Riemenschneider angefertigt. Die Skulptur war ursprünglich Teil einer Beweinungsgruppe, in deren Zentrum sich Maria mit dem vom Kreuz abgenommenen Jesus befunden haben soll.

Nach Jahrzehnten des Erfolgs nahm die Karriere Tilman Riemenschneiders 1525 ein jähes Ende. Im Zuge des Bauernkrieges wurde er als einer der Anführer der Aufständischen eingekerkert und gefoltert. Das Ereignis machte ihn zu einem gebrochenen Mann. Es beendete auch sein Dasein als Künstler. Riemenschneider starb am 7. Juli 1531 verarmt und verbittert in Würzburg. Erst im 19. Jahrhundert wurde er wiederentdeckt und sein Werk entsprechend gewürdigt. Heute gilt Tilman Riemenschneider als einer der bedeutendsten Bildhauer und Bildschnitzer der deutschen Spätgotik. Sein Werk ist zumeist in der Riemenschneiderstadt Würzburg zu besichtigen. Das Mainfränkische Museum besitzt mit rund 80 Skulpturen und Reliefs die größte Riemenschneider-Sammlung der Welt, darunter befindet sich auch die Figurengruppe Trauernde Frauen als Dauerleihgabe des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart.